So wählst du die richtigen Skitouren- und Freeride-Skistöcke aus
Der Stock, dieses unscheinbare Detail
Teleskop oder feststehend, leicht oder robust: Finde den richtigen Stock für deine Art des Skifahrens.
Man verbringt Stunden damit, seine Skier, Bindungen und Steigfelle auszuwählen. Und die Stöcke kauft man in fünf Minuten. Das ist ein Fehler. Der Skistock ist der Kontaktpunkt zwischen deinem Körper und dem Berg, wenn die Skier nicht mehr ausreichen. Beim Aufstieg treibt er dich voran. Bei Querungen stabilisiert er dich. Bei der Abfahrt gibt er jedem Schwung den Rhythmus vor. Beim Freeriden steckt er alles weg, was das Gelände hergibt. Ein schlecht angepasster Skistock (zu schwer, zu zerbrechlich, falsch eingestellt) rächt sich über einen ganzen Tag hinweg.
Teleskopisch oder feststehend?
Das ist die erste Entscheidung, die Sie treffen müssen. Beide Formate gibt es aus guten Gründen, und jedes ist für einen anderen Verwendungszweck gedacht.
Der Teleskopstock „
“– der Standard beim Skitourengehen. Ein Teleskopstock lässt sich in der Länge verstellen, um sich den verschiedenen Phasen der Tour anzupassen: länger in der Ebene und bei Querungen, kürzer in steilen Hängen, auf die minimale Länge zusammengeklappt zum Tragen am Rucksack. Gerade diese Vielseitigkeit macht ihn zum unverzichtbaren Begleiter, sobald die Route einen Aufstieg beinhaltet.
Das Verriegelungssystem ist der entscheidende Punkt. Ein Verschluss, der beim Aufstieg verrutscht, führt dazu, dass sich der Stock unter dem Druck zusammenfährt und somit unbrauchbar wird. Systeme mit externem Hebel (Clip-Typ) bieten eine höhere Klemmkraft und Zuverlässigkeit als Systeme mit interner Schraube und ermöglichen eine schnelle Einstellung auch mit Handschuhen.
Der starre Stock
Leichter, steifer, direktere Kraftübertragung. Ein fester Stock verfügt über keinen Verriegelungsmechanismus und hat somit keine mechanische Schwachstelle. Er eignet sich ideal für Freeride und Pistenfahren, wo die Länge im Laufe des Tages nicht variiert werden muss. Allerdings lässt er sich nicht zusammenklappen: Es ist nicht möglich, ihn für steile Anstiege zu verkürzen oder ihn bei Kletterpassagen im Rucksack zu verstauen.
Beim Skitourengehen sind feste Skistöcke nur dann sinnvoll, wenn du hauptsächlich abfährst und nur sehr wenige technische Anstiege bewältigst. In allen anderen Fällen sind Teleskopstöcke die richtige Wahl.
Die Auswahlkriterien
Das Gewicht
Beim Wandern steckst du deinen Stock tausende Male am Tag in den Boden. Jedes zusätzliche Gramm summiert sich mit der Anzahl der Bewegungen. Ein leistungsstarker Skitourenstock wiegt zwischen 200 und 280 g pro Stück. Ab 300 g macht sich der Unterschied auf langen Touren bemerkbar. Beim reinen Freeriden ist das Gewicht weniger entscheidend; hier steht die Robustheit im Vordergrund.
Das Material
Aluminium. Das am weitesten verbreitete Material. Stabil, zuverlässig, reparierbar. Ein Aluminiumstock, der einen Schlag abbekommt, verbiegt sich; er bricht nicht glatt ab. Das ist in der Praxis ein Vorteil: Ein verbogener Stock bleibt einsatzfähig, ein gebrochener nicht. Bei gleicher Steifigkeit etwas schwerer als Carbon.
Carbon. Leichter und steifer als Aluminium. Die Kraftübertragung ist direkter, das Gefühl klarer. Der Schwachpunkt: Bei einem heftigen Aufprall bricht Carbon ohne Vorwarnung, während sich Aluminium verformt. Carbon eignet sich für Wanderer, die Wert auf geringes Gewicht legen und Gelände meiden, in dem die Stöcke Stöße abbekommen.
Der Griff
Beim Aufstieg schwitzen die Hände. Bei der Abfahrt frieren sie. Der Griff muss beides bewältigen. Griffe aus EVA-Schaumstoff bieten eine gute Balance: zuverlässigen Halt mit bloßen Händen oder mit Handschuhen, Feuchtigkeitsaufnahme und dauerhaften Komfort. Einige Griffe verfügen über eine untere Verlängerung (verlängerter Griffbereich), die es ermöglicht, den Stock bei Querungen tiefer zu greifen, ohne die Einstellung zu verändern.
Die Handschlaufe
Die oft vernachlässigte Handschlaufe beeinflusst die Qualität des Abstoßes entscheidend. Eine gute Handschlaufe überträgt die Abstoßkraft vom Handgelenk auf den Stock, ohne die Hand einzuengen. Beim Wandern ist dies unerlässlich: Bei Tausenden von Schritten ermüdet die Hand, die ständig festhält, viel schneller als die Hand, die durch eine gut eingestellte Handschlaufe abstoßt.
Auch die Frage der Sicherheit spielt eine Rolle. Eine Handschlaufe, die sich bei einem Sturz nicht löst, kann eine Drehkraft auf das Handgelenk oder die Schulter übertragen. Schnellauslösesysteme (magnetisch oder mit Sicherheitsclip) entlasten das Handgelenk bei ungewöhnlicher Belastung.
Die Teller
Der Teller ist die Scheibe am unteren Ende des Stocks, die verhindert, dass dieser im Schnee versinkt. Bei hartem Schnee und auf der Piste reicht ein kleiner Teller aus. Im Pulverschnee und bei weichem Schnee verhindert ein breiter Teller (70 mm und mehr), dass der Stock bei jedem Einstich im Schnee verschwindet. Für Touren und Freeride sollten breite Teller bevorzugt werden.
Die Länge
Die allgemeine Regel für einen festen Skistock: Der Ellbogen bildet einen Winkel von 90°, wenn du den Stock vor dir in den Schnee steckst, wobei die Spitze auf den Boden zeigt. In der Praxis liegen die meisten erwachsenen Skifahrer zwischen 110 und 130 cm. Bei einem Teleskopstock deckt der Einstellbereich in der Regel diese Größen ab; der Vorteil besteht darin, dass man die Länge je nach Gelände anpassen kann.
Welcher Stock für welche Sportart?
Wenn du Skitouren machst, ist die Wahl einfach: Teleskopstöcke. Die Möglichkeit, die Länge beim Aufstieg, bei Querungen und bei der Abfahrt anzupassen, ist kein Komfort, sondern eine Notwendigkeit. Der NORTH VARIO ist genau dafür konzipiert.
Wenn du im Skigebiet Freeride fährst – mit Lift und ausschließlich Abfahrt –, reicht ein Stock mit fester Länge aus. Leichter, steifer, direkter. Der SOUTH ist für diesen Einsatz konzipiert.
Wenn du Freerando fährst (ein bisschen Aufstieg, viel Abfahrt), bleibt der Teleskopstock die beste Wahl. Der Aufstieg, auch wenn er nur kurz ist, erfordert einen verstellbaren Stock, sobald die Steigung variiert.
→ Stöcke-Kollektion
→ Umfassender Leitfaden zum Skitourengehen
→ Ausrüstungskollektion
Das Wichtigste
Ein guter Stock verändert deinen Tag nicht. Aber ein schlechter Stock kann ihn ruinieren. Beim Wandern ist er das Hilfsmittel, das dich nach oben trägt. Beim Freeriden ist er der Stützpunkt, der deine Bewegung mit dem Gelände verbindet. Die richtige Wahl hängt von drei Kriterien ab: dem Gewicht, der Zuverlässigkeit der Arretierung (bei Teleskopstöcken) und dem Komfort des Griffs. Der Rest ist zweitrangig.