So wählst du den richtigen Helm für Skitouren und Freeride aus
Nicht derselbe Helm, nicht dieselben Einschränkungen
Zertifizierungen, Schutz, Gewicht: Alles, was für sicheres Skifahren abseits der Pisten zählt.
Ein Pisten-Skihelm ist für einen einfachen Einsatz konzipiert: hinunterfahren, wieder hinaufsteigen, erneut hinunterfahren. Er muss weder die Hitze beim Aufstieg mit Steigfellen noch die Stöße in unwegsamem Gelände bewältigen. Beim Skitourengehen und Freeriden ändern sich die Anforderungen. Der Helm muss leichter und besser belüftet sein und für anspruchsvollere Bedingungen zertifiziert sein.
Wir entwickeln Helme mit denselben hohen Ansprüchen wie unsere Skier: Jedes Konstruktionsdetail hat seinen Grund, jede technische Entscheidung dient einem konkreten Einsatzzweck. Dieser Leitfaden hilft dir zu verstehen, was einen Tourenhelm von einem Freeride-Helm unterscheidet, was die Zertifizierungen tatsächlich garantieren und wie du den Helm auswählst, der zu deiner Art des Skifahrens passt.
Warum ein spezieller Helm?
Das ist die erste Entscheidung, die man treffen muss. Beide Helme gibt es aus guten Gründen, und jeder ist für einen anderen Verwendungszweck gedacht.
Beim Skitourengehen
trägst du deinen Helm während des Aufstiegs, manchmal mehrere Stunden lang. Ein zu schwerer oder schlecht belüfteter Helm wird zum Problem: Überhitzung, Unbehagen – am Ende steckst du ihn in den Rucksack und steigst ohne Helm weiter auf. Ein Skitourenhelm muss leicht und gut belüftet sein, damit du ihn von Anfang bis Ende aufbehalten kannst. Und wenn deine Route alpine Passagen beinhaltet (Grate, Felsvorsprünge, Steigeisen), ist eine Bergsteigerzertifizierung kein Luxus mehr, sondern eine Notwendigkeit.
Beim Freeriden
Das Gelände ist ungesichert. Die Aufprallrisiken unterscheiden sich von denen auf der Piste: Felsvorsprünge, Bäume, Stürze bei hoher Geschwindigkeit in steilen Hängen. Ein Freeride-Helm muss maximalen Schutz bieten, auch gegen schräge Stöße, die zu Drehungen des Kopfes führen – die häufigste Art von Aufprall in der Praxis.
Zertifizierungen: Was sie garantieren
Zertifizierungsnormen sind keine Marketing-Labels. Es handelt sich um präzise Testprotokolle, die die Fähigkeit eines Helms messen, einen Aufprall unter bestimmten Bedingungen zu absorbieren. Jede Norm deckt ein anderes Szenario ab.
EN 1077: Ski.
Die Standardzertifizierung für den Alpinski. Dabei wird die Widerstandsfähigkeit des Helms bei einem vertikalen Aufprall mit mäßiger Geschwindigkeit geprüft, der einen Sturz auf der Piste oder einen Aufprall gegen ein Hindernis simuliert. Dies ist die Mindestanforderung für jeden Skihelm.
EN 12492: Bergsteigen.
Entwickelt für Steinschlag und Stöße in felsigem Gelände. Der Helm wurde auf seine Durchdringungsfestigkeit (auf den Helm fallender spitzer Gegenstand) und seine Fähigkeit, bei einem Sturz an Ort und Stelle zu bleiben, geprüft. Unverzichtbar, sobald die Wanderroute technische Passagen in den Bergen beinhaltet.
EN 1078: Fahrrad.
Nützlich für die Anfahrt mit dem Mountainbike oder Rennrad bis zum Startpunkt der Tour. Ein dreifach zertifizierter Helm (Ski + Bergsteigen + Radfahren) deckt alle drei Einsatzbereiche mit einem einzigen Helm ab.
MIPS (Multi-Directional Impact System).
Es handelt sich hierbei nicht um eine Norm, sondern um eine zusätzliche Schutztechnologie. Das MIPS-System verfügt über eine bewegliche Innenschale, die bei einem schrägen Aufprall um einige Millimeter gleitet. Das Ziel: die auf das Gehirn übertragenen Drehkräfte zu reduzieren. Die meisten tatsächlichen Aufpralle erfolgen nicht perfekt senkrecht – MIPS ist auf dieses Szenario ausgelegt.
Die Auswahlkriterien
Das Gewicht
Beim Wandern macht sich jedes Gramm, das man auf dem Kopf trägt, beim Aufstieg bemerkbar. Ein Helm unter 400 g ist ein guter Richtwert für den Einsatz beim Wandern. Beim reinen Freeriden ist das Gewicht weniger entscheidend als der Schutz; dennoch ist ein leichter Helm bei einem ganzen Tag auf der Piste immer bequemer.
Die Belüftung
Ein geschlossener Helm führt bereits nach 20 Minuten Aufstieg zu Überhitzung. Ein effizientes Belüftungssystem reguliert die Temperatur, ohne bei der Abfahrt einen kalten Luftzug zu erzeugen. Die ausgereiftesten Systeme ermöglichen es, die Belüftungsöffnungen je nach Phase (Anstieg oder Abfahrt) zu öffnen oder zu schließen.
Die Passform
Ein Helm, der verrutscht, schützt nicht. Er muss fest am Schädel anliegen, ohne Druckstellen zu verursachen. Dreidimensionale Verstellsysteme ermöglichen es, den Helm in drei Achsen festzuziehen, um sich präzise an die Kopfform anzupassen. Dies ist nach der Zertifizierung das wichtigste Kriterium.
Die Ohrpolster
Abnehmbar ist besser. Beim Aufstieg bei mildem Wetter nimmst du sie ab, um für Belüftung zu sorgen. Bei der Abfahrt bei großer Kälte setzt du sie wieder auf. Die Modularität beeinflusst den Komfort im Alltag.
Kompatibilität mit der Skibrille
Achte darauf, dass dieSkibrillegut am Helm anliegt, ohne Lücken an der Stirn (Eindringen von kalter Luft und Schnee) oder unangenehme Überlappungen. Jede Helmform hat ihre eigenen Kompatibilitäten.
STEALTH 3NORM
Der Wanderhelm
Der STEALTH ist ein Helm mit dreifacher Zertifizierung: EN 1077 (Ski), EN 12492 (Bergsteigen) und EN 1078 (Radfahren). Drei Normen, ein einziger Helm. Das macht ihn zu einem vielseitigen Begleiter für Touren: Er deckt den Anfahrtsweg mit dem Fahrrad, den Aufstieg im alpinen Gelände und die Abfahrt auf Skiern ab, ohne dass die Ausrüstung gewechselt werden muss.
Seine DualShell-In-Mold-Konstruktion kombiniert eine starre Schale aus Polycarbonat mit hochdämpfendem Schaumstoff, der seitlich mit ABS verstärkt ist. Das Gewicht: 350 g in den Größen XS–S, 394 g in M und L. Das Belüftungssystem „Air Assist“ reguliert den Luftstrom während der Belastung. Das SeasonFit-Futter ist für Sommer und Winter anpassbar, die Ohrpolster sind abnehmbar. Die Fit3D-Passform sorgt für präzisen Halt ohne Druckstellen.
Für wen: den Wanderer, der einen einzigen Helm vom Zustieg bis zum Gipfel nutzen möchte, sowie den Sportler, der auf denselben Routen sowohl Bergsteigen als auch Skifahren betreibt.
SEND MIPS
Der Freeride-Helm
Der SEND basiert auf der MIPS-Technologie: einer beweglichen Innenschale, die bei schrägen Aufprallen die Drehkräfte reduziert. Dies ist der ideale Schutz für das Freeriden, wo Stürze selten in gerader Linie erfolgen.
Seine hybride In-Mold-DualShell-Konstruktion kombiniert eine starre Schale mit hochdämpfendem Schaumstoff und sorgt so für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Festigkeit und Leichtigkeit. Gewicht: 387 g in XS-S, 421 g in M, 440 g in L. Das Insul-Tech-Futter ist geschmeidig und isolierend. Die Fit3D-Passform ist bei beiden Helmen der ZAG-Reihe gleich.
Für wen: den Freerider, der in anspruchsvollem Gelände (Wald, Couloirs, steile Hänge) fährt und maximalen Schutz vor schrägen Stößen wünscht.
So wählen Sie die richtige Größe aus
Der Kopfumfang wird mit einem Maßband gemessen, das horizontal um den Schädel gelegt wird, direkt über den Augenbrauen und den Ohren, an der breitesten Stelle. Dieser Wert in Zentimetern bestimmt die Größe.
Beide Helme verfügen über das Fit3D-Verstellsystem. Sobald die richtige Größe ausgewählt wurde, ermöglicht das hintere Einstellrad eine feine Anpassung in drei Dimensionen, um sich der Kopfform anzupassen. Der Test: Schütteln Sie den Kopf, ohne den Kinnriemen zu schließen. Bleibt der Helm an Ort und Stelle, ist die Passform gut.
→ Größentabelle für ZAG-Helme
Das Wichtigste
Beim Skitourengehen und Freeriden ist der Helm kein Luxus, sondern ein Muss. Das Gelände ist ungesichert, die Bedingungen sind unvorhersehbar, die Risiken sind real. Ein guter, zertifizierter Helm, der gut sitzt und auf deine Sportart abgestimmt ist, ermöglicht es dir, dich unbeschwert ins Abenteuer zu stürzen. So kannst du dich auf das Skifahren konzentrieren – und nicht auf die Angst.
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→ Umfassender Leitfaden zum Skitourengehen
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