Tipps

Anleitung: Risiken beim Skifahren abseits der Pisten vermeiden

Chloé Mousset


Freeride-Skifahren und Skitourengehen sind die Lieblingssportarten für Liebhaber der Berge und unberührter Weiten und haben sich in der Skiszene mittlerweile etabliert. Da man dabei für eine Weile all den Zwängen der Skigebiete, aber auch dem Alltag entfliehen kann, sind diese Sportarten hervorragende Mittel gegen den Alltagsstress!

Auf der Suche nach den perfekten Bedingungen für tolle Ausflüge mit Freunden im frisch gefallenen Pulverschnee – das ist der Traum eines jeden! Doch wie ihr wisst, birgt dies zahlreiche Risiken. In diesem Artikel möchten wir euch daher helfen, Risiken vorzubeugen und euch im Falle eines Zwischenfalls richtig zu verhalten!

Wenn alles passt, stehen Sie schon am frühen Morgen mit Ihren Freunden in den Startlöchern, bereit, alles zu geben. Aber nicht so schnell! Nichts geht über eine gute persönliche Stimmungsaufnahme. Denn es ist wichtig, die Stimmung im Team nicht zu vernachlässigen. Wenn wir die Motivation jedes Einzelnen kennen, können wir den Ausflug so anpassen, dass er möglichst vielen gefällt. Man kann nie ausschließen, dass jemand weniger fit ist oder in kürzester Zeit möglichst viele Höhenmeter zurücklegen will, und es ist daher wichtig, dies zu wissen, um Frustrationen im Team zu vermeiden.

LVS-Gerät funktioniert, aber Vorsicht vor Störungen!

Damit Ihr Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS-Gerät) einwandfrei funktioniert, ist es unerlässlich, Störungen so weit wie möglich zu vermeiden. Störungen können durch jedes elektronische Gerät verursacht werden (auch wenn es ausgeschaltet ist oder sich bei Smartphones im Flugmodus befindet). Je näher sich das Gerät am LVS-Gerät befindet, desto stärker stört es dessen Funksignale. Halten Sie elektronische oder metallische Geräte daher mindestens 50 cm vom LVS-Gerät entfernt.

Jetzt geht’s los, und sobald die Pferde in Fahrt sind, sieht man schnell, welche mehr Ausdauer haben und welche weniger, die eher trödeln. Ich muss euch wohl nicht extra sagen, dass man bei körperlicher Anstrengung schwitzt und es einem warm wird. Es ist wichtig, seine Kleidung gut zu dosieren. Nach einer guten Viertelstunde Anstrengung solltet ihr ruhig eine Pause einlegen, die Gruppe wieder zusammenbringen und jeden fragen, wie er/sie sich fühlt (persönliches Wetter Teil 2), bei Bedarf eine Schicht ausziehen, gegebenenfalls Gruppen bilden und dann mit voller Kraft weitermachen!

Pierros Worte

„Die Berücksichtigung menschlicher Faktoren und der Geländebedingungen ist für den reibungslosen Ablauf eurer Tour von entscheidender Bedeutung. Wenn ihr bei einer Entscheidung oder einer Passage Bedenken habt, zögert nicht, dies zu äußern. Die Kommunikation ist ein Aspekt, der in einer Gruppe während des gesamten Ausflugs nicht vernachlässigt werden darf. Oft passieren Unfälle, wenn die schwächeren Teilnehmer nicht unbedingt sagen wollen, dass es ihnen nicht gut geht oder dass sie sich nicht sicher fühlen, und umgekehrt kann ein unberechenbarer Hund dazu führen, dass man in kritische Situationen gerät, ohne sich die Zeit genommen zu haben, das Gelände und die Umgebung zu analysieren.“

„Es sollte eine doppelte Überprüfung durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass alle Lawinenverschüttetensuchgeräte einwandfrei funktionieren. Es kann vorkommen, dass sich die Frequenzen einiger Geräte verschieben und diese dann nicht mehr mit den anderen Geräten kompatibel sind.“

Normalerweise stecke ich mein LVS-Gerät in eine sichere Hosentasche (mit dem Leach-System, um es innen zu befestigen) und mein Handy in die gegenüberliegende Tasche meiner Jacke oder sogar ganz oben in meinen Rucksack. Achtung: Nicht nur elektronische Geräte können die Funksignale stören, auch die Verpackungen von Fruchtmus und Müsliriegeln können dein LVS-Gerät außer Betrieb setzen!

ENTSCHEIDUNGSHILFE: DAS 3X3 VON MUNTER

Mit dieser einfachen Methode können Sie schnell Entscheidungen treffen.

Sie stützt sich auf drei Faktoren: den Menschen, die Rahmenbedingungen und das Gelände auf drei räumlich-zeitlichen Ebenen, nämlich Vorbereich, Parkplatz und Spielfeld.

  • VORHER: Lesen Sie den Lawinenbericht und informieren Sie sich über die geplante Route.
  • PARKPLATZ: Persönliche Wetterlage. Führt ein kurzes Gespräch mit den Leuten, mit denen ihr loszieht, über ihre Stimmung, ihre Motivation und ihre Erwartungen an den Ausflug.
  • TERRAIN: Das Gelände stets genau einschätzen und die Route anpassen können, falls sich herausstellt, dass die Bedingungen nicht den Erwartungen entsprechen.

 

Weitere Informationen:

https://www.slf.ch/fr/avalanches/connaissances-sur-le-theme-des-avalanches-et-prevention/cadre-devaluation-et-de-decision-3x3.html

Sich über die Schneeverhältnisse an den Hängen informieren, herausfinden, wer kürzlich dort war (Foren konsultieren), die zu erwartenden Wetterbedingungen kennen, den Ausgangspunkt und die zu wählende Route (blaue Linien auf den IGN-Karten).

Pierro„Die 3x3-Methode ist eine der Methoden zur Risikoanalyse, die ich regelmäßig bei meinen Skitouren anwende, egal ob ich alleine unterwegs bin oder mit meinen Kunden. Es ist sehr wichtig, sich im richtigen Moment die richtigen Fragen zu stellen!“

Bitte beachten Sie: Am schwierigsten zu analysieren und zu interpretieren ist nach wie vor die Schneekunde! Wenn Sie Ihre Kenntnisse in der Schneekunde vertiefen und testen möchten, zögern Sie nicht, sich eines Bergprofis bei einem oder mehreren Ausflügen.“

EINE KLEINE PAUSE, EIN KLEINER NIVO!

Im Winter und insbesondere beim Skitourengehen ist die Lawine der größte Feind des Skifahrers.

Was ist eine Lawine eigentlich? Es handelt sich um eine Überlagerung zweier Schneeschichten – die wir als „Platte“ bezeichnen –, die nicht dieselbe Dichte aufweisen. Eine Lawine löst sich aus, wenn die untere Schicht (Platte) eine geringere Dichte hat als die obere Schicht (Platte).

Schon das Vorbeifahren eines Skifahrers reicht aus, um eine mehrere Dutzend Meter lange Lawine mit einem Volumen von mehreren Tausend Kubikmetern auszulösen.

Um vor Ort die Schneedecke zu beurteilen und festzustellen, wie die Schichten beschaffen sind, müssen Sie lediglich Ihren Stock umdrehen und in den Schnee stecken. Beim Eindrücken werden Sie schnell unterschiedliche Dichten spüren.

SICHERHEIT HAT VORRANG!

Wenn Sie sich außerhalb eines Skigebiets bewegen, sind Sie den Launen der Berge ausgeliefert. Die Wahl und Planung Ihrer Route ist je nach den Bedingungen wichtig (verlassen Sie sich auf den örtlichen Lawinenbericht). Es ist jedoch unerlässlich, ein Sicherheitsset dabei zu haben. Ein Sicherheitsset besteht aus einer Sonde, einem Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS) und einer Teleskopschaufel.

Mehrere Marken bieten diese Sets zu unterschiedlichen Preisen an. Dies hängt von der Leistung der Antennen des Lawinenverschüttetensuchgeräts, der Steifigkeit der Sonde und der Schaufel (Metall oder Kunststoff) ab.

Die Aufnahme einer Airbag-Tasche in die Checkliste kann daher ebenfalls von Vorteil sein.

Pierro – „Das Dreigespann aus Lawinenverschüttetensuchgerät, Schaufel und Sonde ist wirklich das Mindeste, was Sie auf all Ihren Skitouren dabei haben sollten.“

Das LVS-Gerät muss zu Hause und vor jedem Tourenstart überprüft werden! Der Batteriewechsel muss bei Alkalibatterien vor Erreichen einer Ladung von 40 % erfolgen (Achtung: Diese Batterietypen können auslaufen, wenn sie zu lange im Gerät verbleiben) und bei Lithiumbatterien vor Erreichen einer Ladung von 30 %. Diese drei Punkte sollten Sie bei allen Touren beachten, egal ob beim Skitourengehen oder beim Freeriden.

„Was die Airbags (auch ABS genannt) angeht, so sind sie ein großartiges Hilfsmittel, aber sie dürfen nicht dazu führen, dass man im Namen der Sicherheit zusätzliche Risiken eingeht. Man sollte sie als Joker einsetzen, wenn die Entscheidung nicht richtig war.“

EINE AIRBAG-TASCHE – WAS IST DAS DENN?

Es handelt sich ganz einfach um eine Tasche, die durch ihre Aufblasfunktion Ihr Körpervolumen vergrößert. Mithilfe einer CO₂-Kartusche, die sich – sobald Sie sie durch Betätigen des Griffs auslösen – an den Seiten Ihres Rucksacks aufbläst, können Sie an der Oberfläche der Lawine bleiben und erhalten so einen besseren Auftrieb.

Diese Ausstattung ergänzt das Sicherheitspaket.

DIE ABSCHLUSSCHEckliste

  • Die richtigen Maßnahmen
  • LVS-Gerät vor Tourbeginn überprüfen
  • Überprüfen Sie bei jedem Gruppenmitglied, ob der Sende- und Empfangsmodus funktioniert. Eine Anleitung dazu finden Sie in unserem Blog unter „Anleitung für Fortgeschrittene – Check des Lawinenverschütteten-Suchgeräts“
  • Ersatzhüllen
  • Die Anzeichen für „Helikopter-Eltern“ erkennen
  • Ein Paar Messer besitzen
  • Gehen Sie nicht alleine los und informieren Sie Familie oder Freunde über Ihren geplanten Ausflug
  • Im Notfall: So finden Sie schnell GPS-Koordinaten auf Ihrem Smartphone
  • Man sollte eine Notfallausrüstung dabei haben (Zelt, Rettungsdecke, Proviant, Heißgetränk, Stirnlampe, Erste-Hilfe-Set, Klebeband).

Das war’s! Wir sind am Ende dieses Blogbeitrags angelangt!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Wir hoffen, dass Sie einige Konzepte kennengelernt oder Ihr Wissen aufgefrischt haben.

Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren oder uns im Shop zu besuchen!

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