Gemeinsam die Spur ziehen: BEDROCK x Freeride-Camp für Frauen
Beim Freeriden geht es ebenso sehr um das Vertrauen in das eigene Team wie um die zu befahrenden Routen. Das Bedrock x Freeride Femmes Camp hat dies unter Beweis gestellt, indem es an diesem Wochenende eine Gemeinschaft von Skifahrerinnen in Chamonix zusammengebracht hat.
Wenn man die Türen des ZAG Lab öffnet, dreht sich das Gespräch normalerweise um Prototypen, Schnittradii und Flexprofile. Doch an diesem Wochenende herrschte eine ganz andere Atmosphäre. Die Werkstatt füllte sich mit Freeride-Skifahrerinnen, die sich mit rohen Holzkernen und sichtbaren Carbonfasern beschäftigten, bevor sie diese Modelle auf dem Berg ausprobierten. Dort begann das Bedrock x Freeride Femmes Camp: im ZAG Lab, direkt an der Quelle der Werkzeuge, auf die sie sich bald verlassen würden.
Skifahren abseits der Pisten erfordert etwas, das sich grundlegend von der Starrheit des Wettkampfs unterscheidet. Es ist eine Umgebung, in der der Berg seine eigenen Regeln diktiert und der Instinkt die Oberhand gewinnt. Dennoch war das Freeriden im Hochgebirge lange Zeit ein Bereich, in dem Frauen in der Minderheit waren. Leoni Zopp und Simona Rava haben diese Lücke erkannt. Wohlwollende männliche Freunde sind großartig, aber die Dynamik ändert sich völlig, wenn Frauen gemeinsam Ski fahren.
Das Camp basiert auf einer einfachen Philosophie: Freeriden ist ein Mannschaftssport. Durch die Kombination aus technischem Training und Erkundung des Tiefschnees haben sie einen Raum geschaffen, in dem Geländekenntnis und Skifahren auf hohem Niveau Hand in Hand gehen. Ein Gespräch mit Leoni über Selbstvertrauen, das Über-sich-Hinauswachsen und darüber, warum das Team wichtiger ist als die Schneeverhältnisse.
Die Gründung der Stiftung „Freeride Femmes“ war kein Zufall. Was war der Auslöser dafür?
Leoni Zopp — Freeride Femmes hat sich ganz natürlich entwickelt. Simona und ich kannten uns aus dem Skirennsport, hatten aber fast zehn Jahre lang den Kontakt verloren. Eines Tages meldete sich Simona wieder bei mir und fragte, ob ich ihr und ihrem Freund Andermatt zeigen wolle. Uns wurde sehr schnell klar, wie anders es ist, mit Frauen zu fahren, die dieselbe Leidenschaft teilen. Wir beide waren bisher vor allem mit männlichen Freunden Ski gefahren, aber es ist etwas ganz anderes, wenn man unter Frauen auf der Piste ist. Diese Erfahrung war der Auslöser für alles. Wir haben Freeride Femmes mit dem Ziel gegründet, mehr Frauen rund um das Skifahren und Snowboarden zusammenzubringen, um Kontakte zu knüpfen, voneinander zu lernen und uns gegenseitig zu motivieren.
Warum ein Camp speziell für Freeride organisieren? Was trägt diese Disziplin zur persönlichen Entfaltung einer Skifahrerin bei?
L.Z. – Wir kommen beide aus dem alpinen Skirennsport und haben gemerkt, dass das nichts für uns war. Freeride ist wirklich etwas ganz anderes, es ist viel mehr ein Mannschaftssport. Wir sind gemeinsam in den Bergen unterwegs, tragen Verantwortung füreinander, was das Erlebnis sowohl sehr intensiv als auch komplexer macht. Das Vertrauen in das Team ist unverzichtbar. Genau darin liegt eine der größten Herausforderungen: Menschen aufzunehmen, die sich nicht kennen, dieses Vertrauen aufzubauen und ein insgesamt kompatibles Niveau zu finden. Das ist eine der heikelsten Hürden, die es zu überwinden gilt. Gleichzeitig ist Freeride eine der reinsten Ausdrucksformen, die es gibt. Jede interpretiert den Berg auf ihre eigene Weise. Man sagt immer: „Beim Skifahren geht es nicht um die Bedingungen, es geht um die Menschen, das war schon immer so und wird immer so bleiben.“ Mit den richtigen Leuten wird jeder Tag in den Bergen zu etwas Einzigartigem.
Was ändert sich grundlegend, wenn man in den Bergen ausschließlich unter Frauen unterwegs ist?
L.Z. – Es gibt einfach mehr Raum für Emotionen. Man kann sagen, dass man Angst hat, dass man sich nicht wohlfühlt, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Zu sehen, wie sich die Frauen in solchen Momenten gegenseitig unterstützen, wie sie sich gegenseitig Mut machen, ist wunderschön und berührt uns jedes Mal aufs Neue. Es ist auch sehr inspirierend: Wenn man sieht, wie eine andere Frau eine Herausforderung meistert, sagt man sich, dass man das auch kann. Diese Art von gegenseitiger Motivation entsteht ganz natürlich. Als Frauen zusammen in den Bergen zu sein, fühlt sich richtig und authentisch an. Und gleichzeitig gibt es einen echten Anreiz, die eigene Komfortzone zu verlassen, aber in einem wohlwollenden Umfeld.
Wie helfen Sie Skifahrerinnen dabei, Selbstvertrauen aufzubauen – in sich selbst, in ihr Gespür und in ihre Ausrüstung?
L.Z. — Winter wie dieser zeigen deutlich, was die Berge zu bieten haben, aber auch, was sie einem nehmen können. Für uns ist das Risikobewusstsein von größter Bedeutung. Wir sprechen offen über die Gefahren und schaffen einen Raum, in dem jede ihr Unbehagen ohne Scham äußern kann. Der Respekt vor den Bergen steht immer an erster Stelle, denn sie bestimmt die Regeln. Bei einer unserer Freeride-Femmes-Veranstaltungen in Andermatt waren die Bedingungen sehr heikel. Wir haben uns darauf eingestellt, indem wir zunächst ein LVS-Training absolvierten, und uns dann auf das konzentrierten, was möglich war, statt auf das, was nicht möglich war. Oft ist es eine Frage der Perspektive. Wenn jemand Angst verspürt, diese aber überwinden möchte, nehmen wir uns die Zeit, darüber zu sprechen, Schritt für Schritt Vertrauen aufzubauen und sicherzustellen, dass sie voll und ganz überzeugt ist, bevor sie loslegt. Vertrauen entsteht durch Kommunikation, Vorbereitung und gemeinsam getroffene Entscheidungen.
Was hoffen Sie, dass die Teilnehmerinnen nach dem Camp mitnehmen?
L.Z. – Diese Camps sind immer sehr emotional und für uns auch ein wenig stressig, denn es liegt uns sehr am Herzen, die Erwartungen jeder einzelnen Teilnehmerin zu erfüllen. Ein Camp ist für uns dann erfolgreich, wenn die Teilnehmerinnen mit neuen Erkenntnissen nach Hause gehen, ihre Grenzen erweitert haben und erkennen, dass sie zu viel mehr fähig sind, als sie gedacht hätten. Wir hoffen, dass sie neue, feste Freundschaften und Seilschaften unter Frauen in den Bergen mitnehmen. Dieses Gemeinschaftsgefühl hält oft weit über das Camp hinaus an und wird zum Ausgangspunkt für zukünftige Abenteuer.
Wir sind stolz darauf, zu dieser Vision beizutragen, indem wir unsere UBAC-Kollektion vorstellen, die sich für eine Freeride-Kultur einsetzt, die auf zwischenmenschlichen Beziehungen basiert.
Um über die nächsten Camps auf dem Laufenden zu bleiben und Teil der Bewegung zu werden, folge @freeridefemmes auf Instagram.
„Weil man nie alleine abseits der Piste unterwegs ist.“